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Webdesign-Inspiration: Wo Sie gute Beispiele finden und wie Sie sie richtig nutzen

Gute Beispiele machen ein Webprojekt leichter. Hier finden Sie die wichtigsten Quellen für Webdesign-Inspiration, Kriterien zur Bewertung und eine Checkliste fürs Moodboard.

Materialprobe über Designentwürfen

Bevor eine neue Website entsteht, steht fast immer die Frage im Raum: Wie soll sie aussehen? Beispiele anderer Websites helfen, Wünsche greifbar zu machen und mit Ihrer Agentur eine gemeinsame Sprache zu finden. Sie können aber auch in die Irre führen, wenn nur die Optik zählt. Dieser Artikel zeigt, wo Sie gute Webdesign-Inspiration finden, wie Sie Beispiele kritisch bewerten und wie Sie daraus ein Moodboard machen, das Ihr Projekt wirklich weiterbringt.

Wozu Inspiration im Webprojekt dient

Begriffe wie „modern“, „hochwertig“ oder „aufgeräumt“ bedeuten für jeden Menschen etwas anderes. Drei gut gewählte Beispiele sagen mehr als drei Adjektive. Im Projekt hat Inspiration deshalb mehrere Aufgaben:

  • Gemeinsame Sprache: Sie und Ihre Agentur sprechen über dieselben Bilder statt über vage Begriffe.
  • Klarheit über das, was Sie nicht wollen: Negativbeispiele grenzen den Spielraum oft schneller ein als Vorbilder.
  • Einblick in Konventionen: Sie sehen, wie andere Websites Navigation, Kontaktwege oder Leistungsübersichten lösen, und erkennen, was Besucher erwarten.
  • Schnellerer Start: Ein gutes Briefing mit Beispielen verkürzt die Abstimmung in der Konzeptphase. Wie ein Projekt bei uns abläuft, beschreibt der Artikel zum Ablauf eines Webprojekts.

Die wichtigsten Quellen für Webdesign-Inspiration

Im Netz gibt es zahlreiche Galerien, die gelungene Websites sammeln und sich darin unterscheiden, wer auswählt, wie gefiltert werden kann und welche Art von Design im Vordergrund steht. Die bekanntesten im Überblick:

QuelleWas Sie dort findenGut geeignet für
AwwwardsGalerie ausgezeichneter Websites, jeden Tag wird eine neue Seite prämiert. Suche mit Filtern nach Farbe, Technologie und Kategorie.aktuelle Gestaltungsideen, Typografie, Animation
Siteinspirekuratierte Galerie mit Filtern nach Stil, Typ, Thema und Plattform. Nach Anmeldung lassen sich Sammlungen anlegen.ruhige, gut strukturierte Beispiele
DribbbleCommunity, in der Designerinnen und Designer Ausschnitte ihrer Arbeit zeigen, sogenannte ShotsDetails wie Buttons, Icons, Formulare, Oberflächen
BehancePortfolio-Netzwerk mit ausführlichen ProjektpräsentationenGesamtprojekte inklusive Branding
Pinterestsehr große Bildmenge, von Nutzern gesammelt und nicht von Fachleuten ausgewähltStimmungen, Farben, Bildsprache
CSS Nectareingereichte Websites mit Bewertungen der Design-Community, Filter nach Farbe, Kategorie, Funktion und LandEinschätzung durch andere Gestalter
Best Website GallerySammlung, die 2008 unter dem Namen MakeBetterWebsites startete, mit Filter nach CMS oder FrameworkBeispiele mit bestimmter Technik, etwa WordPress
Land-BookGalerie mit Schwerpunkt auf LandingpagesAufbau von Angebots- und Aktionsseiten
FWAFavourite Website Awards, eine der ältesten Auszeichnungsplattformenexperimentelle, technisch aufwendige Projekte
Web Design Inspirationkostenlose, täglich ergänzte Galerie mit Filtern nach Website-Typ, Stil, Branche und FarbeSuche nach Beispielen aus der eigenen Branche

Die Angaben beschreiben den Stand im September 2026. Galerien ändern Filter und Schwerpunkte regelmäßig, ein Blick auf die jeweilige Plattform lohnt sich deshalb immer.

Inspiration abseits der Galerien

  • Ihre Branche: Sehen Sie sich die Websites von Wettbewerbern an, um zu erkennen, was üblich ist, und um sich bewusst davon abzuheben.
  • Andere Branchen: Ein Handwerksbetrieb kann viel von der Buchungsstrecke eines Hotels lernen, eine Kanzlei von der Klarheit eines Softwareanbieters.
  • Websites, die Sie selbst gern nutzen: Überlegen Sie, warum Sie bei Ihrem Lieblingsshop oder Ihrer Zeitung schnell finden, was Sie suchen.
  • Ihr eigenes Material: Broschüren, Fahrzeugbeschriftung, Räume und vor allem Ihr Corporate Design geben die Richtung vor.
  • Öffentliche Designsysteme: Manche Organisationen veröffentlichen ihre Gestaltungsregeln samt Bausteinen. Das Designsystem der britischen Regierung (GOV.UK Design System) etwa zeigt Formulare und Navigationselemente, die mit Blick auf Barrierefreiheit entwickelt wurden.
  • Unsere Arbeit: Beispiele aus Projekten von dpi Design finden Sie unter Referenzen.

Inspiration nutzen statt kopieren

Die Website eines anderen Unternehmens wurde für dessen Ziele, Zielgruppe und Inhalte gebaut. Wer sie nachbaut, bekommt eine Hülle, die nicht zum eigenen Angebot passt, und eine Marke, die mit einem Wettbewerber verwechselt werden kann. Texte, Fotos, Illustrationen und Code gehören ihren Urhebern und sind nicht zur Übernahme gedacht. Rechtliche Fragen dazu klärt im Zweifel eine Anwältin oder ein Anwalt.

Sinnvoller ist es, hinter die Oberfläche zu schauen. So wird aus einem Beispiel eine eigene Idee:

  1. Konkret benennen, was gefällt

    Nicht „die Seite ist schön“, sondern „große Fotos von Mitarbeitenden“, „Leistungen sofort auf der Startseite sichtbar“ oder „kurze Texte mit klaren Zwischenüberschriften“.

  2. Den Grund finden

    Fragen Sie, warum es funktioniert: Lenkt ein starker Kontrast den Blick? Führt eine klare Reihenfolge zur Anfrage? Wirkt die Bildsprache nahbar?

  3. Das Prinzip übertragen

    Übersetzen Sie die Idee in Ihre Farben, Schriften, Bilder und Inhalte. Vom Vorbild bleibt so nur das Prinzip übrig.

  4. Mehrere Quellen mischen

    Die Navigation aus einem Beispiel, die Bildsprache aus einem zweiten, der Aufbau der Leistungsseiten aus einem dritten. So entsteht nichts, das einem einzelnen Vorbild gleicht.

  5. Mit echten Inhalten prüfen

    Weil viele Entwürfe nur mit Platzhaltertext gut aussehen, sollten Sie Ideen früh mit Ihren tatsächlichen Texten testen. Hilfe dazu gibt der Artikel über Website-Texte.

Worauf Sie bei Beispielen achten sollten

Galerien zeigen Screenshots. Ob eine Website funktioniert, sehen Sie erst, wenn Sie sie selbst benutzen. Prüfen Sie jedes Lieblingsbeispiel deshalb an fünf Punkten, bevor es auf Ihr Moodboard kommt.

Struktur

Erkennen Sie innerhalb weniger Sekunden, was das Unternehmen anbietet und für wen? Gibt es eine klare Überschriftenhierarchie und eine Navigation mit wenigen, verständlichen Punkten? Eine schöne Oberfläche ohne Struktur ist als Vorbild wenig wert.

Nutzerführung

Führt die Seite zu einer Handlung, etwa einem Anruf, einer Anfrage oder einer Terminbuchung? Wie viele Klicks brauchen Sie bis zum Kontaktformular, und ist der nächste Schritt immer sichtbar?

Ladezeit

Prüfen Sie das Beispiel mit PageSpeed Insights. Ein aufwendiger Ladebildschirm, bevor der erste Inhalt erscheint, ist ein deutlicher Hinweis, dass sehr viel geladen wird. Was die Messwerte bedeuten, erklärt unser Artikel zu den Core Web Vitals.

Barrierearmut

Drücken Sie die Tab-Taste: Sehen Sie, wo Sie sich gerade befinden? Ist Text auf Bildern gut lesbar? Bleibt die Seite bei 200 Prozent Zoom bedienbar? Grundlagen dazu finden Sie im Artikel über die WCAG.

Mobile Darstellung

Öffnen Sie das Beispiel auf dem Smartphone. Manche Designs, die am großen Monitor beeindrucken, zerfallen auf kleinen Bildschirmen. Wie sich Layouts an kleine Bildschirme anpassen, zeigt der Beitrag zu responsive Webdesign.

PrüfpunktSo testen Sie in zwei Minuten
StrukturStartseite fünf Sekunden ansehen, dann wegschauen: Wissen Sie, was angeboten wird?
NutzerführungKlicks bis zum Kontakt zählen
LadezeitAdresse in PageSpeed Insights eingeben, mobile Auswertung ansehen
Barrierearmutmit der Tab-Taste durch die Seite gehen, auf 200 Prozent zoomen
Mobilauf dem eigenen Smartphone öffnen, Menü und Formular ausprobieren

Inspiration für einzelne Seiten und Bausteine

Statt nach der perfekten Website im Ganzen zu suchen, lohnt es sich, gezielt einzelne Seiten und Bausteine zu vergleichen. Das macht Beispiele greifbarer und zeigt schnell, was sich bewährt hat.

BausteinWorauf Sie bei Beispielen achten
StartseiteIst im ersten sichtbaren Bereich klar, was angeboten wird und was der nächste Schritt ist?
NavigationWie viele Hauptpunkte gibt es, wie sind sie benannt, und wie verhält sich das Menü auf dem Smartphone?
LeistungsseitenWie werden Nutzen, Ablauf, Beispiele und Kontaktmöglichkeit angeordnet?
ReferenzenWerden Projekte nur mit Bildern gezeigt oder mit Aufgabe, Lösung und Ergebnis erklärt?
KontaktformularWie viele Felder gibt es, sind die Beschriftungen sichtbar, und wie werden Fehler erklärt?
KarriereseiteKommen echte Menschen zu Wort, und ist die Bewerbung ohne Umwege möglich?
FußbereichFinden Besucher dort Kontaktdaten, Öffnungszeiten und wichtige Links?

Award-Websites richtig einordnen

Auszeichnungsplattformen belohnen vor allem gestalterischen und technischen Mut. Viele prämierte Websites sind Portfolios von Agenturen und Designstudios, Kampagnenseiten oder Produktpräsentationen, die Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Das zeigt sich auch in den Kategorien: Bei Siteinspire gehören „Agencies & Consultancies“ und „Portfolio“ zu den größten Bereichen, E-Commerce folgt mit deutlichem Abstand (Stand September 2026).

Für eine Steuerberatung, einen Handwerksbetrieb oder einen Maschinenbauer sind solche Websites deshalb selten eine Vorlage für das Ganze. Wertvoll sind sie als Ideengeber für Details: eine gelungene Schriftkombination, ein besonderer Bildausschnitt, eine kleine Animation, die eine Eingabe bestätigt. Welche Stilrichtungen gerade verbreitet sind und welche davon für Unternehmen taugen, ordnen wir im Artikel über Webdesign-Trends ein.

Typische Fehler bei der Suche nach Inspiration

  • Nur Screenshots ansehen: Ein Bild zeigt weder Ladezeit noch Bedienung. Öffnen Sie jedes Beispiel live.
  • Nur am großen Monitor schauen: Die Mehrheit Ihrer Besucher sieht die Website womöglich auf dem Smartphone. Prüfen Sie beide Ansichten.
  • Nur Wettbewerber vergleichen: Wer sich nur an der eigenen Branche orientiert, landet beim Durchschnitt. Schauen Sie bewusst auch über den Tellerrand.
  • Von Fotos blenden lassen: Viele Beispiele wirken vor allem durch professionelle Bilder. Fragen Sie sich, ob Sie vergleichbares Bildmaterial haben oder erstellen lassen können.
  • Sammeln ohne Kommentar: Ein Ordner voller Links hilft niemandem, wenn unklar bleibt, was genau daran gefällt.
  • Auf ein einziges Vorbild festlegen: Dann entsteht schnell eine Kopie statt eines eigenen Entwurfs.

Moodboard vor dem Projekt anlegen

Ein Moodboard ist eine Sammlung aus Website-Beispielen, Farben, Schriften und Bildern, die das gewünschte Erscheinungsbild einfängt. Für die Zusammenarbeit mit einer Agentur ist es besonders hilfreich, wenn jedes Beispiel kommentiert ist. Dafür reicht eine Pinnwand bei Pinterest, ein Whiteboard-Tool wie Miro oder FigJam oder ein einfaches PDF.

  1. Ziele notieren

    Schreiben Sie in drei Sätzen auf, wen die Website erreichen soll, welche Handlung am Ende steht und welches Gefühl Besucher mitnehmen sollen.

  2. Sammeln

    Tragen Sie über ein bis zwei Wochen Beispiele zusammen, ohne gleich zu bewerten. Zehn bis zwanzig Fundstücke sind ein guter Umfang.

  3. Aussortieren

    Gruppieren Sie ähnliche Beispiele und streichen Sie alles, was die Prüfung auf Struktur, Ladezeit und Barrierearmut nicht besteht.

  4. Kommentieren

    Notieren Sie bei jedem Beispiel, was genau Ihnen gefällt. Ohne Kommentar bleibt offen, ob es um die Farbe, das Foto oder den Aufbau geht.

  5. Abgleichen

    Prüfen Sie, ob Farben und Schriften zu Ihrem bestehenden Erscheinungsbild passen. Farbkombinationen lassen sich mit Wissen über Komplementärfarben gezielt planen.

  6. Besprechen

    Gehen Sie das Moodboard gemeinsam mit Ihrer Agentur durch. Die Fragen, die dabei entstehen, sind oft wertvoller als die Beispiele selbst.

Checkliste: Ihr Moodboard ist bereit, wenn es Folgendes enthält

  • drei bis fünf Websites mit Kommentar, was genau gefällt
  • ein bis zwei Negativbeispiele mit Begründung
  • Ihre Markenfarben oder konkrete Farbwünsche
  • Beispiele für Schriften und Überschriften
  • die gewünschte Bildsprache: Menschen, Produkte, Räume oder Illustrationen
  • ein Beispiel für den Aufbau einer Startseite oder Leistungsseite
  • die wichtigste Handlung auf der Website, etwa Anruf, Anfrage oder Terminbuchung
  • mindestens ein Beispiel in der Smartphone-Ansicht
  • Hinweise zu Lesbarkeit und Barrierearmut, zum Beispiel ausreichende Kontraste und große Schrift
  • zwei bis drei Wettbewerber zur Abgrenzung
  • zu jedem Beispiel Adresse und Datum, weil sich Websites ändern

Aus Inspiration ein Konzept machen

Bringen Sie Ihre Beispiele mit

Ein Moodboard ist ein guter Start, ein Konzept wird daraus erst mit Struktur, Nutzerführung und Ihren Inhalten. Genau darum geht es bei UX- und UI-Design. Wenn Sie eine Website erstellen lassen möchten, bringen Sie Ihre Beispiele gern zum kostenlosen Erstgespräch mit. Danach erhalten Sie innerhalb von drei Werktagen ein Festpreisangebot.

Häufige Fragen

Wo finde ich kostenlose Webdesign-Inspiration?

Galerien wie Awwwards, Siteinspire, Dribbble, Behance, CSS Nectar, Land-Book oder Web Design Inspiration lassen sich kostenlos durchsuchen. Für manche Funktionen wie Sammlungen oder Favoriten ist eine Anmeldung nötig. Dazu kommen Websites aus Ihrer eigenen und aus fremden Branchen.

Darf ich das Design einer anderen Website nachbauen?

Übernehmen Sie keine Texte, Fotos, Grafiken oder Code. Ob ein konkreter Nachbau zulässig ist, ist eine rechtliche Frage für eine Anwältin oder einen Anwalt. Unabhängig davon spricht wenig dafür: Eine kopierte Website passt nicht zu Ihrer Marke und macht Sie mit einem anderen Unternehmen verwechselbar.

Wie viele Beispiele sollte ein Moodboard enthalten?

Nach dem Aussortieren reichen meist drei bis fünf Websites, einige Farb- und Schriftbeispiele und ein bis zwei Negativbeispiele. Wichtiger als die Menge ist ein kurzer Kommentar, was Ihnen an jedem Beispiel gefällt.

Sind Award-Websites gute Vorbilder für Unternehmenswebsites?

Als Ideengeber für einzelne Details ja, als Vorlage für das Ganze eher selten. Viele prämierte Websites sind Showcases von Agenturen und Studios mit viel Animation und langen Ladezeiten. Prüfen Sie jedes Beispiel auf Struktur, Ladezeit, Barrierearmut und mobile Darstellung.

Was ist der Unterschied zwischen Moodboard und Styleguide?

Ein Moodboard sammelt Eindrücke und Stimmungen vor dem Projekt. Ein Styleguide legt am Ende verbindlich fest, welche Farben, Schriften, Abstände und Bausteine auf der Website verwendet werden. Dazwischen liegt die Gestaltung selbst.

Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt.

Ein Gespräch von 30 Minuten, kostenlos. Danach wissen Sie, was Ihre Website braucht, was sie kostet und wie lange es dauert.

Dominik Plaszewski

Dominik PlaszewskiGeschäftsführer
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